14 TeilnehmerInnen aus Oberösterreich, der Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Wien trafen unter dem 19-Uhr-Glockengeläute auf der Hungerburg bei Innsbruck ein, um sich Tipps für den Umgang im beruflichen Alltag und das private Auftreten zu holen. Das AK Bildungshaus Seehof bot seinen Gästen geräumige, komfortable und helle Zimmer, war aber am Anreisetag sowie während des restlichen Aufenthaltes jeweils nach dem Abendessen servicemäßig verwaist. Dies tat einer guten Stimmung und der Einnahme des Nachtmahles in einem nahe gelegenen Restaurant aber keinen Abbruch.

Der Montagvormittag stand ganz im Zeichen von Farb- und Stilberatung.
Die Referentin Annemarie Steger aus Innsbruck nahm sich sehr viel Zeit, um
allen Interessenten zu erklären, welcher Typ der vier Jahreszeiten sie seien
und welche Farbkombinationen bei der Bekleidung zur jeweilingen Person passen.
Für mich
als Vollblinder war es zwar
interessant, jedoch haben optische Begriffe keine Bedeutung und können mir
auch nicht erklärt werden.
Für mich mit meinem relativ guten Sehrest war es sehr hilfreich zu erfahren,
welche Farben zu meinen mittelblonden Haaren und meinem hellen Hauton
passen.
Trotz dicht gedrängtem Programm gelang es uns, nach dem Mittagessen einen kleinen Spaziergang im direkt frühlingshaft-föhnigen Umfeld der Hungerburg zu machen, das auf 860 Metern Seehöhe liegt. Wir genossen das herrliche Wetter im Wissen, dass eine Kaltfont über Nacht für kräftige Abkühlung und Schneeregen sorgen sollte.
Am Nachmittag erfuhren wir die Rechte und Pflichten der Arbeitnehmer zum
Thema
"Gewerkschaft - wozu?"
Vortragende waren Herr Philip Wohlgemut und Herr Gottfried Kostenzer.
Ausreichende Information kam bei den folgenden
zwei Stunden wohl deshalb nicht zustande, weil erstens zu wenig Zeit dafür
anberaumt war und sich zweitens eine rege Diskussion unter allen Beteiligten
entwickelte.

In der abendlichen Einführung zum Seminar
"Besser schlagfertig als mit einem Schlag fertig!"
gab uns die Seminarleiterin, Carola Rückert, interessante Rätsel auf.
Sie verpackte diese in Geschichten, deren Lösungen die
TeilnehmerInnen durch Fragen, die nur mit "ja" oder "nein" beantwortet
werden durften, zu knacken versuchten.
Ein gemütlicher Abend mit viel persönlichen Gesprächen und guten Getränken beendete den interessanten, aber anstrengenden Kurstag.
Am kommenden Tag wurden unter Carolas Anleitung Teams gebildet, welche
während des
gesamten Tages gemeinsame Projekte erarbeiten sollten.
Ich (Walter) kannte
meinen Sitznachbarn aus Vorarlberg zwar nicht gut, wir konnten aber
trotzdem hervorragend kommunizieren.
Ich (Burgi) war im Trio zusammen, was ich anstrengend fand. Irgendwie
sprachen wir in einem Raum alle durcheinander, was nicht nur uns etwas
irritierte.
Wir wurden uns einig, uns bei derartigen Unterhaltungen zukünftig in
verschiedene, nahe gelegene Orte, zu begeben, sofern das platzmäßig möglich
ist, damit wir einander nicht stören.
Normalerweise dient eine Vorstellungsrunde dazu, sich selbst mittels eines
Kurzsteckbriefs zu umreiß,en.
Unsere Kursleiterin ließ dies aber vom anderen
Teammitglied durchführen, das den Partner in einem kurzen Gespräch
interviewen musste.
Nach einem Rollenspiel, in dem eine Party simmuliert
wurde (leider ohne die dazu gehörenden Drinks), ging es an das Einlösen der
Hausaufgabe. Einige Tage vor Seminarbeginn erhielt jede(r) TeilnehmerIn
eine
E-Mail, in der ein fünfminütiges Referat über den wichtigsten Tag im Leben
gefordert wurde.
So schilderte ich (Walter) die aufregenden Stunden einer
meiner ersten Radiosendungen.
Ich (Burgi) erfreute mich daran, dass ein Marathonläufer auf
der Laufbahn nach eineinviertel Stunden kapitulierte, während ich noch
einige Runden lief.
Nach der Mittagspause, in der wir diesmal wegen des angekündigten Regens nicht hinaus konnten, mussten wir nach einer zehnminütigen Vorbereitungszeit erneut von einem Erlebnis berichten. Dies sollte zwar bezwecken, dass man, ohne viel Zeit zu haben, relativ spontan erzählte, doch nahm man uns dadurch die restlichen Themen. Wirkliche Tipps in Bezug auf Schlagfertigkeit kamen deshalb zu kurz.

Erneut verbrachten wir einen schönen Abend.
Die sehenden bzw. sehbehinderten KollegInnen bemühten sich mit Umsicht, dass man sich als Vollblinder wohlfühlen konnte. Sie halfen, vom Frühstücksbuffett die gewünschten Nahrungsmittel zu ergattern und waren auch dann zur Stelle, wenn die Orientierung im relativ halligen Haus abhanden kam.
Die FGTB des ÖBSV hielt am Folgetag ihre
Generalversammlung ab, wovon es sicher einen gesonderten Bericht gibt, bevor
es nach dem Mittagessen in Richtung Heimat
ging.
Wenn wir zwei auch nichts Neues gelernt haben, nahmen wir jede Menge
schöner Erfahrungen mit nach Wien.
Wie bei ettlichen, dieser Veranstaltungen, wurde
zu viel Thematik in zu wenig Zeit
gepresst. Das ist einerseits verständlich, denn die KursteilnehmerInnen
wollen ja etwas geboten bekommen, andererseits ist weniger oft mehr.
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Letztes Update: 25. November 2010
© by Walter Lindner und Burgi Bänder