„Wenn Engel reisen, wird sich das Wetter weisen!“
Ohne überheblich erscheinen zu wollen, meine ich,
dass sich diese Redewendung für den heurigen Bildungsausflug der FGTB
(Fachgruppe für Telekommunikation und Büroberufe) des österreichischen Blinden-
und Sehbehindertenverbandes ohne weiteres anwenden lässt, denn der Himmel
bescherte uns – im Gegensatz zu dem was er uns in den vergangenen Monaten so
zumutete - für die Tage vom Samstag den 24.09. bis zum Dienstag den 27.09.2005
durchgehend herrlichstes freundliches und mildes Herbstwetter.
Wie vereinbart, trafen sich die meisten auswärtigen Teilnehmer am Samstagabend in der Pension Wagenhofer zum check in. Das gemeinsame Abendessen, wie auch die Begrüßungsrunde, zelebrierten wir anschließend schon zusammen mit den Steirischen Kollegen beim Kreuzwirt in Eggenberg.
Am Sonntag Vormittag besuchten wir das Schloss Eggenberg. Unsere Begleiterin erzählte uns viel von der Geschichte und den archetektonischen Besonderheiten des Bauwerks, sowie aus dem Leben und Wirken derer von Eggenberg.
Ein Spaziergang in der klaren warmen Herbstluft durch die schöne Parkanlage leitete zum Mittagessen über, das wir in einem guten Innenstadtlokal einnahmen. Übrigens, dass ichs nicht vergesse, wir waren inklusive Begleitpersonen 26 Teilnehmer. Eine stolze Zahl wie ich meine.
Für die Anforderungen des Nachmittages wohl gestärkt, begaben wir uns nun zum Grazer Kunsthaus. Dort nahm uns Frau Falk, eine speziell für die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen ausgebildete Stadtführerin, in Empfang und ließ uns den Stadtkern einmal ganz anders erleben, als man das normalerweise geboten bekommt. Sie wartete nicht nur mit profundem geschichtlichem Wissen auf, sondern wusste auch viele dazu passende Anekdoten zu erzählen und zeigte uns einige Reliefs an historischen Gebäuden. Als Besonderheit konnten wir sehr präzise gearbeitete und sogar mit Braillebeschriftung versehene Modelle des Kunsthauses und des Uhrturmes eingehend unter die Finger nehmen. So war es durchaus möglich, sich eine gute Vorstellung von den Originalen zu machen. Den Abschluss des Nachmittags bildete die Fahrt auf den Schlossberg. Dort besuchten wir den schon vorher erwähnten Uhrturm und die größte Glocke der Stadt, die „Liesel“. Hier hatten die Teilnehmer mit genügendem Sehrest auch die Möglichkeit den großartigen Ausblick über die Stadt und der Umgebung zu genießen.
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Das Abendessen nahmen wir im Glöcklbräu ein, wo uns auch noch weitere Kollegen aus Graz die Ehre gaben, um einen gemeinsamen gemütlichen Abend zu verbringen.
Am Montag hieß es früh aufstehen, denn es erwartete uns ein volles Tagesprogramm. Der Vormittag gehörte der Bildungseinrichtung Isis, wo wir von Dietmar Ogris begrüßt wurden, der uns die Einrichtung vorstellte und mit dem sich eine ausgesprochen interessante und angeregte Diskussion über die Chancen und Grenzen blinder und sehbehinderter Arbeitsuchenden und Arbeitnehmer in unserer modernen Leistungsgesellschaft entwickelte.
Nach dem Mittagessen statteten wir dem Steiermärkischen Blinden- und Sehbehindertenverband in der Grazer Augasse einen Besuch ab, wo uns Obmann Mario Kowald herzlich begrüßte und uns über die Aktivitäten und Ziele des Vereines berichtete. Herr Gerhard Schanza informierte uns, sodann ausführlich über das vereinsübergreifende Projekt „Plattform“, für das der STBSV die Trägerschaft inne hat und bei dem es unter anderem um die Koordination und Vertretung verschiedenster Behindertenangelegenheiten und -organisationen geht.
Bis zum Abendessen waren noch zwei Stunden Zeit und so spazierten wir der Mur entlang auf einer schönen ruhigen Promenade bis zur künstlichen Murinsel, um dort noch einen schnellen Kaffee einzunehmen. Die Straßenbahnlinie 1 brachte uns nach Eggenberg, wo wir in der ehemaligen Schlosstaverne – jetzt Erlebnisbrauerei Rudolf – das Abendessen einnahmen. Der Rest des Abends verging viel zu schnell mit guten Gesprächen, vor allem aber mit viel Spaß und Fröhlichkeit, sodass Kollegin Evelyn aus Leoben feststellte, wir wären nicht nur eine Fachgruppe, sondern an diesem Abend vor allem eine Lachgruppe.
Nach einer viel zu kurzen Nacht hieß es noch früher als am Vortag aufstehen, denn wir mussten wieder unsere sieben Sachen packen, auschecken und um 08:30 im Odilieninstitut sein. Dort begrüßte uns Herr Steiner, der uns von der Geschichte des Hauses und den hier etablierten Einrichtungen erzählte und uns anschließend durch einige Abteilungen führte. So kamen wir als erstes ins Begegnungs- und Beratungszentrum – das in dieser Form österreichweit wohl einzigartig ist. Sodann besuchten wir die Korbmacher, die Möbelflechter und die Bürstenbinder. In diesen Werkstätten erfuhren wir vieles über die dort geleistete Arbeit und hatten auch Gelegenheit mit den Handwerkern zu sprechen. Das Projekt „Wegweiser“, einer durchaus interessanten Möglichkeit für Leute, die sich auf eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz vorbereiten bzw. sich beruflich verändern möchten, war unser nächstes Ziel. Nach der Einnahme einer, von der Schulküche vorbereiteten Jause, empfing uns zuletzt die Direktorin der Schule im Konferenzzimmer. Sie informierte ausführlich über die ihr unterstellten Einrichtungen wie Frühförderung und die verschiedenen Schulabteilungen. Alles in allem ein sehr interessanter Vormittag. Damit war das heurige FGTB-Wochenende gelaufen.
Fazit:
Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, an die
sich alle Beteiligten bestimmt noch lange gerne erinnern werden. Mein ganz
besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang Frau Birgit Tieber, ihres Zeichens
Landesfachgruppenleiterin für die Steiermark, die diese Unternehmung aufs beste
gemanagt hat. Es hat einfach alles funktioniert. Von der Abholung am Bahnhof
angefangen, über die Organisation von ausgesprochen netten Begleitpersonen in
ausreichender Anzahl, bis hin zu den Reservierungen in den Gasthäusern, in
denen wir durchwegs sehr gut aßen und nicht zuletzt der Erstellung und
Organisation des Zeitplans aller Besichtigungen und die Kontaktierung der
jeweils zuständigen Leute.
Herzlichen Dank Birgit! Du hast Dir wirklich sehr viel Mühe gegeben, um uns dieses verlängerte Wochenende so angenehm als möglich zu machen.<
Fritz Brand
Redakteur des Hörmagazins
E-Mail: fritz.brand@inode.at
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Letztes Update 07. Oktober 2005
© by Fritz Brand