Schmunzelerlebnisse am Telefon

Gelangweilte Kinder – von Helmut Ritter (April 2004)

Ein schätzungsweise 12-jähriger Junge rief an und fragte, wie unsere Kraftwerke laufen – im Hintergrund waren weitere Kinder zu hören, die das Lachen kaum verhalten konnten. Meine Antwort schmunzelnd: "Bestens, danke!"
Er fragte daraufhin: "Was machen die Kraftwerke?"
Ich: "Strom."
Der Junge: "Ah ja, alles klar." Dann legte er auf, um kurz darauf erneut anzurufen und zu fragen: "Wie machen die Kraftwerke Strom?"
Ich: "Unsere werden mit Wasser angetrieben."
Er: "Brauchen die Kraftwerke auch Strom?"
Ich: "Ja, sie brauchen etwas Strom, sonst wäre es in den Kraftwerken dunkel, aber sie erzeugen natürlich viel mehr Energie, als sie selbst verbrauchen."
Der Junge lachte, worauf ich ihn fragte: "Ist dir und deinen Kumpels eigentlich fad in den Osterferien?"
Er: "Ja, stinklangweilig."
Ich: "Ist doch schönes Wetter, mögt ihr nicht nach draußen gehen Fußball spielen oder so?"
"Nein, keinen Bock, lieber ein bisschen rumblödeln."
Ich: "Und, gibt's noch Fragen?"
Der Junge: "Im Augenblick nicht."
Ich: "Dann wünsch ich dir und deinen Kumpels noch einen schönen Tag."
Er bedankte sich und unterbrach die Verbindung.

Tja, Telefondienst muss nicht immer eintönig sein. *g*

Der Wetterfrosch – von Helmut Ritter (Oktober 2004)

"... kann auch die Krankenkasse anrufen!", bekam ich an einem herbstlichen Freitagmorgen zu hören, als ich einen der vielen Anrufe entgegennehmen wollte und in die Leitung eintrat. Ich ließ mich nicht irritieren und meldete mich vorschriftsmäßig mit Firmenwortlaut und Namen. Da raunte die Anruferin jemandem in ihrer Nähe zu: "Ah, jetzt haben die sich gemeldet!", worauf sie sich endlich an mich wandte: "Ich rufe aus **** an, Ihre Nummer habe ich zufällig beim wahllosen Aufschlagen des Telefonbuchs entdeckt. Können Sie mir sagen, wie das Wetter im Bregenzerwald ist?"
Ich antwortete: "Das weiß ich nicht, ich sitze in Bregenz." Ich spielte mit dem Gedanken, die Anruferin an eine der Bergbahnen zu verweisen, aber dazu kam ich erst gar nicht ...
"Dann sagen Sie mir doch bitte, wie es in Bregenz ist, im Rheintal-Bodensee-Gebiet ist es ja auch ganz schön, wenn das Wetter mitspielt! Wir sind da ein paar ältere Frauen, die gerne einen Ausflug an die Sonne machen möchten." Ich dazu: "Hmm, von meinem Platz aus kann ich das Wetter nicht erkennen, ich frage schnell einen Kollegen, wenn es Ihnen recht ist." Nach ihrer Zustimmung parkte ich das Gespräch ein und rief den Portier an, der mich wissen ließ, dass dichter Nebel die Sicht zum "Pfänder" verhinderte. Dies teilte ich der Dame mit und empfahl ihr, die Fahrt in den Bregenzerwald dennoch zu riskieren, weil sich der Nebel erfahrungsgemäß im Laufe des Vormittags lichten würde. Sie bedankte sich für den Tipp und fügte hinzu: "Eigentlich sind Sie ein armer Teufel, Sie sitzen in Ihrem Büro und können nicht mal die Natur genießen!" Ich entgegnete: "Das ist nicht so schlimm, ich muss heute nur bis Mittag arbeiten." "So, ja dann ..." Die Anruferin bedankte sich nochmals und legte auf.
Ob sie bei der Krankenkasse wohl auch diesen Service bekommen hätte ...? :-)

* * *

Wenn auch Sie Ihre Schmunzelerlebnisse hier zum Besten geben möchten, senden Sie diese bitte per E-Mail an uns.


Zurück zu Rückblick
Zur Startseite

Letztes Update: 6. November 2004
© by Helmut Ritter